Georg Danzer

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Falco

Ludwig Hirsch

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"Die Länge eines Weges, den man zurückgelegt hat, erkennt man oft erst, wenn man halt macht und zurückblickt. Dann stellt man verwundert fest, wie weit man schon gegangen ist."

    Georg Danzer        


Lyrics           

danzer


JETZT ODER NIE 

 

 

Der Traum von der Freiheit

ist niemals ausgeträumt

solang ein Mensch noch hoffen kann

solang sich sein Inneres aufbäumt

gegen Dummheit und Borniertheit

gegen Ungerechtigkeit

steh auf - net morg'n, net übermorg'n

steh - es ist höchste Zeit

 

Jetzt oder nie

sperr die Ohr'n auf

mach die Aug'n auf

jetzt oder nie

reiß den Mund auf

und schrei

 

Der Traum von der Freiheit

wird niemals untergehn
solang er net verwirklicht ist

bleibt er als Idee bestehn

mit Druck'n und mit Jasag'n

erkaufst dir net dei' Ruh

drum - Mensch - sei ungehorsam jetzt

sonst is zu spät dazu

 

Jetzt oder nie...

 

Der Traum von unsrer Freiheit

der stirbt mit uns net aus 

er lebt in unsren Kindern

und fliegt der Zeit voraus

so hoch wie ein Drachen

weit ins Morgenland

doch du hältst hier und heute
die Schnur in deiner Hand

 

Jetzt oder nie...

 

UND SO WEITER 

 

 

schau du, der himmel is so hoch

is des ned a wunderschöner tag

zigeunerkinder spieln am wasser unt'

und von der weiten hört ma flügelschlag

i nimm di jetzt in meine arm

und halt di ganz ganz fest

komm, sag nix

                sag ka wort

 

über was ma ned reden kann

über des soll ma schweign

und so weiter und so fort

i hab di so unhamlich gern

weu deine augn san wie stern

und so weiter und so fort

i möcht di heiraten, i hab ka geld

i bin vielleicht a armer narr

i bin a musiker, i bin ka held

 

du hast so schöne schwarze haar

i hab di so unhamlich gern

deine augn san wie stern

und so weiter und so fort

i wünsch ma, es geht immer weiter und so fort

 

fünfzehn jahr san vergangen wie im flug

wir ham zwa kinder

es hat si viel verändert und a wieder ned

i bin immer no so glücklich

i kann da's gar ned sagn

und so weiter und so fort...

 

 

 

 

ZUKUNFT 

 

 

Schau doch, wo die Zukunft liegt

wo jetzt unsre Zukunft liegt

Sie liegt auf der Straße

 

Schau doch, wo die Kinder sind

wo jetzt eure Kinder sind

sie sind auf der Straße

 

Sagen: "Es hat keinen Sinn,

daß du wem vertraust!

Die woll'n dir deine Finger brechen

drum mach eine Faust!"

 

Ihr habt nie auf sie gehört

und sie war'n allein

Ihr habt sie Gewalt gelehrt

jetzt fliegt der erste Stein

 

Wer nicht hör'n will
der muß fühl'n!!!

 

Schau doch, wo die Zukunft liegt

wo jetzt unsre Zukunft liegt

Sie liegt auf der Straße

 

Sag mir, wer die Antwort gibt

wer euch jetzt die Antwort gibt

die gibt euch die Straße

 

Ihr seid tot und eure Zeit

habt ihr längst vertan

erst wenn ihr am Ende seid

fängt das Leben an

 

Kinder, die nie Liebe spür'n

werden kalt und hart

Kinder ohne Zukunft führ'n

Krieg mit der Gegenwart

 

Wer nicht hör'n will
der muß fühl'n!!!

 

FORT VON DIR 

 

 

i steh am bahnhof

mit an nylonsackl in da hand

drin san zigarettn und a dosen bier

a band gedichte, in fünf minuten
geht mei zug

dann muaß i wieder fort von dir

i bin miad, mi brennan d'augn

i hab ma dunkle glasln aufg'setzt

und bin wacklert in die knia
des war a ziemlich lange nacht

i hab nix gschlafn

und jetzt muaß i wieder fort von dir
fort von dir 

i wü ned fort von dir

i wü nur zruck zu dir
i wü ned fort von dir

 

i hab gsagt, begleit mi ned

geh, bleib daham und schlaf di aus

es steht si wirklich ned dafür

mei kopf der is scho ganz wo ander

nur die fiaß san da

i muaß scho wieder fort von dir

i steh am bahnhof

mit an nylonsackl in da hand

i waß ned, was is los mit mir

daß i des gfüh hab
wann i fünf minuten weg bin

i muaß scho wieder zruck zu dir

zruck zu dir, i wü ned fort von dir
i wü nur zruck zu dir 

i wü ned fort von dir

 

IHR HABT DIE MACHT
(noch habt ihr sie) 

 

 

Euch geht es nicht um unsrer Wohl

das läßt euch völlig kalt
und hinter eurem Lächeln steckt

die Fratze der Gewalt

 

Das Recht, das ihr euch angemaßt

heißt nicht Gerechtigkeit

Gesetze panzern eure Welt

doch nicht für alle Zeit

 

Noch täuscht ihr viele

doch ihr seid

von einigen durchschaut

und irgendwann da kommt der Tag
wo euch kein Mensch mehr traut

 

Ihr haltet uns in Finsternis

doch wir entzünden Licht

Ihr habt die Macht

noch habt ihr sie -

unsre Liebe
habt ihr
nicht

 

 

 

DIE TÜRKEN 

 

 

i hör die menschen auf da straßn

was is des für a wirbel heut

i hör ned richtig, was da los

da is a lachen und a schrein

ma siecht nur ein herumgedränge

was wü die ganze menschenmenge?

die türken soll'n den gehsteig putzen?

die türken soll'n den gehsteig putzen!

da san a unsre nachbarkinder

die immer so an wirbel machen

sie ham scho stana in da hand

ma hört die erste scheibn klirrn

da mach i glei mei fenster zua

ma muaß si ned um alles kümmern

die türken soll'n den gehsteig putzen

die türken soll'n den gehsteig putzen

wir lassen uns nicht mehr benutzen

wir lassen uns nicht mehr beschmutzen

die türken soll'n den gehsteig putzen

jetzt zahn's es aus'n haustor ausse

die fraun, die kinder und die männer

den anan steßen's geg'n die wand

und aus da nasen rinnt eam's bluat

a frau mit fetzen und an kübel

de schreit: jetzt könnt's euch nützlich machen

die türken soll'n den gehsteig putzen

die türken soll'n den gehsteig putzen

 

WIR SIND SCHON VIELE 

 

 

In den obersten Etagen

gibt's die peinlichsten Blamagen

 

Unten in den Probenkellern

hört man junge Menschen trällern:

 

Du bist nicht allein

Nein!!!

Du bist nicht allein
Du bist nicht allein
Wir sind schon viele
Wir sind schon viele

 

bleib autistisch-legasthenisch

denk statistisch und lern dänisch

 

Smogalarm in allen Städten

Herzschlagtote - nicht zu retten

 

Wir sind nicht allein

Nein!!!

Wir sind nicht allein
Wir sind nicht allein
Wir sind nicht allein
Wir sind schon viele

Wir sind schon viele

Wir sind
schon
alle

 

MORGENROT 

 

 

Alle, die Kaffee ohne Milch und Zucker trinken,
sollen aufstehn -

alle, die im Hirn nicht nach Deospray stinken,

sollen aufstehn -

alle, die noch wissen, was Liebe ist -
alle, die noch wissen, was Haß ist -
und daß das, was wir kriegen, nicht das ist, was wir wollen,
sollen aufstehn.

 

Alle, die lieber Selbstgedrehte rauchen, sollen aufstehn,

alle, die zur Freiheit nicht die Unfreiheit der anderen brauchen, aufsteh'n

alle, die noch wissen, was Leben ist

und daß Nehmen ganz genauso gut wie Geben ist -

alle, die den ganzen alten Mist nicht mehr wollen,
sollen aufstehn.

 

Kinder, das sind ja schon ganz schön viele,

die da warten auf das Morgenrot -

jeden Tag ein paar mehr und die Plastiksonne ist tot.

Du träumst von einer Revolution, doch ich will nicht,

daß ein Tropfen Blut fließt -

also tu deinen Teil dazu
und gib acht, daß du gut bist.

 

Alle, die hier keine Bogen machen um die Pfützen,
aufstehn -

alle, die ihr Geld nicht als Macht zur Unterdrückung
nützen, aufstehn,

alle, die noch ihren Verstand haben
und die rechts noch eine linke Hand haben,

daß die Gaben auf Erden gerecht verteilt werden,

sollen aufstehn.

 

Alle, die gegen Atomkraftwerke sind, sollen aufstehn -

wer gegen Sprengstoff ist in der Hand von einem Kind,

soll aufstehn,

alle, die ihr Unbehagen
dauernd mit sich herumtragen,

die ihr Leben nicht ohne Licht verbringen wollen,

sollen aufstehn.

 

Kinder, das sind ja schon ganz schön viele,

die da warten auf das Morgenrot -

jeden Tag ein paar mehr und die Plastiksonne ist tot.

Du träumst vom verlornen Paradies -

doch es führt kein Weg dorthin zurück,
drum verlaß dich drauf,
wir bau'n ein neues auf - Stück für Stück.

 

 

 

 

 

 

                   Georg Danzer

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franc'O'brain & Transputer Qasar. 2004.
Email: francobrain@angelfire.com.





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