JETZT ODER NIE
Der
Traum von der Freiheit
ist
niemals ausgeträumt
solang
ein Mensch noch hoffen kann
solang
sich sein Inneres aufbäumt
gegen
Dummheit und Borniertheit
gegen
Ungerechtigkeit
steh auf
- net morg'n, net übermorg'n
steh -
es ist höchste Zeit
Jetzt
oder nie
sperr
die Ohr'n auf
mach die
Aug'n auf
jetzt
oder nie
reiß
den Mund auf
und
schrei
Der
Traum von der Freiheit
wird
niemals untergehn
solang er net verwirklicht ist
bleibt
er als Idee bestehn
mit
Druck'n und mit Jasag'n
erkaufst
dir net dei' Ruh
drum -
Mensch - sei ungehorsam jetzt
sonst is
zu spät dazu
Jetzt
oder nie...
Der
Traum von unsrer Freiheit
der
stirbt mit uns net aus
er lebt
in unsren Kindern
und
fliegt der Zeit voraus
so hoch
wie ein Drachen
weit ins
Morgenland
doch du
hältst hier und heute
die Schnur in deiner Hand
Jetzt
oder nie...
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UND SO WEITER
schau
du, der himmel is so hoch
is des
ned a wunderschöner tag
zigeunerkinder
spieln am wasser unt'
und von
der weiten hört ma flügelschlag
i nimm
di jetzt in meine arm
und halt
di ganz ganz fest
komm,
sag nix
sag
ka wort
über
was ma ned reden kann
über
des soll ma schweign
und so
weiter und so fort
i hab di
so unhamlich gern
weu
deine augn san wie stern
und so
weiter und so fort
i möcht
di heiraten, i hab ka geld
i bin
vielleicht a armer narr
i bin a
musiker, i bin ka held
du hast
so schöne schwarze haar
i hab di
so unhamlich gern
deine
augn san wie stern
und so
weiter und so fort
i
wünsch ma, es geht immer weiter und so fort
fünfzehn
jahr san vergangen wie im flug
wir ham
zwa kinder
es hat
si viel verändert und a wieder ned
i bin
immer no so glücklich
i kann
da's gar ned sagn
und so
weiter und so fort...
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ZUKUNFT
Schau
doch, wo die Zukunft liegt
wo jetzt
unsre Zukunft liegt
Sie
liegt auf der Straße
Schau
doch, wo die Kinder sind
wo jetzt
eure Kinder sind
sie sind
auf der Straße
Sagen:
"Es hat keinen Sinn,
daß du
wem vertraust!
Die
woll'n dir deine Finger brechen
drum
mach eine Faust!"
Ihr habt
nie auf sie gehört
und sie
war'n allein
Ihr habt
sie Gewalt gelehrt
jetzt
fliegt der erste Stein
Wer
nicht hör'n will
der muß fühl'n!!!
Schau
doch, wo die Zukunft liegt
wo jetzt
unsre Zukunft liegt
Sie
liegt auf der Straße
Sag mir,
wer die Antwort gibt
wer euch
jetzt die Antwort gibt
die gibt
euch die Straße
Ihr seid
tot und eure Zeit
habt ihr
längst vertan
erst
wenn ihr am Ende seid
fängt
das Leben an
Kinder,
die nie Liebe spür'n
werden
kalt und hart
Kinder
ohne Zukunft führ'n
Krieg
mit der Gegenwart
Wer
nicht hör'n will
der muß fühl'n!!!
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FORT VON DIR
i steh
am bahnhof
mit an
nylonsackl in da hand
drin san
zigarettn und a dosen bier
a band
gedichte, in fünf minuten
geht mei zug
dann
muaß i wieder fort von dir
i bin
miad, mi brennan d'augn
i hab ma
dunkle glasln aufg'setzt
und bin
wacklert in die knia
des war a ziemlich lange nacht
i hab
nix gschlafn
und
jetzt muaß i wieder fort von dir
fort von dir
i wü
ned fort von dir
i wü
nur zruck zu dir
i wü ned fort von dir
i hab
gsagt, begleit mi ned
geh,
bleib daham und schlaf di aus
es steht
si wirklich ned dafür
mei kopf
der is scho ganz wo ander
nur die
fiaß san da
i muaß
scho wieder fort von dir
i steh
am bahnhof
mit an
nylonsackl in da hand
i waß
ned, was is los mit mir
daß i
des gfüh hab
wann i fünf minuten weg bin
i muaß
scho wieder zruck zu dir
zruck zu
dir, i wü ned fort von dir
i wü nur zruck zu dir
i wü
ned fort von dir
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IHR HABT DIE MACHT
(noch habt ihr sie)
Euch
geht es nicht um unsrer Wohl
das
läßt euch völlig kalt
und hinter eurem Lächeln steckt
die
Fratze der Gewalt
Das
Recht, das ihr euch angemaßt
heißt
nicht Gerechtigkeit
Gesetze
panzern eure Welt
doch
nicht für alle Zeit
Noch
täuscht ihr viele
doch ihr
seid
von
einigen durchschaut
und
irgendwann da kommt der Tag
wo euch kein Mensch mehr traut
Ihr
haltet uns in Finsternis
doch wir
entzünden Licht
Ihr habt
die Macht
noch
habt ihr sie -
unsre
Liebe
habt ihr
nicht
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DIE TÜRKEN
i hör
die menschen auf da straßn
was is
des für a wirbel heut
i hör
ned richtig, was da los
da is a
lachen und a schrein
ma
siecht nur ein herumgedränge
was wü
die ganze menschenmenge?
die
türken soll'n den gehsteig putzen?
die
türken soll'n den gehsteig putzen!
da san a
unsre nachbarkinder
die
immer so an wirbel machen
sie ham
scho stana in da hand
ma hört
die erste scheibn klirrn
da mach
i glei mei fenster zua
ma muaß
si ned um alles kümmern
die
türken soll'n den gehsteig putzen
die
türken soll'n den gehsteig putzen
wir
lassen uns nicht mehr benutzen
wir
lassen uns nicht mehr beschmutzen
die
türken soll'n den gehsteig putzen
jetzt
zahn's es aus'n haustor ausse
die
fraun, die kinder und die männer
den anan
steßen's geg'n die wand
und aus
da nasen rinnt eam's bluat
a frau
mit fetzen und an kübel
de
schreit: jetzt könnt's euch nützlich machen
die
türken soll'n den gehsteig putzen
die
türken soll'n den gehsteig putzen
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WIR SIND SCHON VIELE
In den
obersten Etagen
gibt's
die peinlichsten Blamagen
Unten in
den Probenkellern
hört
man junge Menschen trällern:
Du bist
nicht allein
Nein!!!
Du bist
nicht allein
Du bist nicht allein
Wir sind schon viele
Wir sind schon viele
bleib
autistisch-legasthenisch
denk
statistisch und lern dänisch
Smogalarm
in allen Städten
Herzschlagtote
- nicht zu retten
Wir sind
nicht allein
Nein!!!
Wir sind
nicht allein
Wir sind nicht allein
Wir sind nicht allein
Wir sind schon viele
Wir sind
schon viele
Wir sind
schon
alle
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MORGENROT
Alle,
die Kaffee ohne Milch und Zucker trinken,
sollen aufstehn -
alle,
die im Hirn nicht nach Deospray stinken,
sollen
aufstehn -
alle,
die noch wissen, was Liebe ist -
alle, die noch wissen, was Haß ist -
und daß das, was wir kriegen, nicht das ist, was wir wollen,
sollen aufstehn.
Alle,
die lieber Selbstgedrehte rauchen, sollen aufstehn,
alle,
die zur Freiheit nicht die Unfreiheit der anderen brauchen, aufsteh'n
alle,
die noch wissen, was Leben ist
und daß
Nehmen ganz genauso gut wie Geben ist -
alle,
die den ganzen alten Mist nicht mehr wollen,
sollen aufstehn.
Kinder,
das sind ja schon ganz schön viele,
die da
warten auf das Morgenrot -
jeden
Tag ein paar mehr und die Plastiksonne ist tot.
Du
träumst von einer Revolution, doch ich will nicht,
daß ein
Tropfen Blut fließt -
also tu
deinen Teil dazu
und gib acht, daß du gut bist.
Alle,
die hier keine Bogen machen um die Pfützen,
aufstehn -
alle,
die ihr Geld nicht als Macht zur Unterdrückung
nützen, aufstehn,
alle,
die noch ihren Verstand haben
und die rechts noch eine linke Hand haben,
daß die
Gaben auf Erden gerecht verteilt werden,
sollen
aufstehn.
Alle,
die gegen Atomkraftwerke sind, sollen aufstehn -
wer
gegen Sprengstoff ist in der Hand von einem Kind,
soll
aufstehn,
alle,
die ihr Unbehagen
dauernd mit sich herumtragen,
die ihr
Leben nicht ohne Licht verbringen wollen,
sollen
aufstehn.
Kinder,
das sind ja schon ganz schön viele,
die da
warten auf das Morgenrot -
jeden
Tag ein paar mehr und die Plastiksonne ist tot.
Du
träumst vom verlornen Paradies -
doch es
führt kein Weg dorthin zurück,
drum verlaß dich drauf,
wir bau'n ein neues auf - Stück für Stück.
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